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Digitale Camcorder

Bereits seit einigen Jahren (insbesondere seit der Internationalen Funkausstellung 2003 in Berlin) versuchen die Camcorder-Hersteller, neue Systeme - jenseits von DV und Mini-DV - in den Markt zu drĂĽcken. Es ergibt sich eine Vielfalt von Systemen, die den Ăśberblick doch etwas erschwert. Welches System ist zukunftssicher? Ein kurzer Ăśberblick:

1. (Mini-) DV - ein seit 1995 stetig wachsender Markt. Hervorragende Qualität. Immer preiswertere und leistungsfähigere Camcorder. Preiswerte Cassetten.

2. Digital 8 - Kompatibilität zum alten Video8/Hi8-System. Gleiches Datenformat -  und gleiche Qualität wie DV. Als Datenträger werden Hi8-Cassetten verwendet, wobei die Spielzeit gegenĂĽber dem analogen Format um ein Drittel reduziert ist.

3. MicroMV (Sony) - winzige Cassetten, winzige Bauformen. Speicherung im MPG2-Format.

4. DVD-Camcorder - Datenträger Mini-DVD (8 cm ) - Datenformat MPG2 - keine Umspulzeiten, in höchster Qualitätsstufe recht geringe Spiellänge. Die Aufnahme kann nicht in jedem Falle direkt im DVD-Player abgespielt werden. Zunächst ist es notwendig, die DVD zu finalisieren. Das Abspielen von Aufnahmen in höchster Qualitätsstufe ist auf einem handelsüblichen DVD-Player gar nicht möglich.

5. HDD-Camcorder (z.B.Samsung ITCAM-9) - keine Bandspulzeiten, kein Wechselmedium, relativ geringe Spieldauer, Datenformat MPEG4, Bildqualität kaum vergleichbar mit DV.

6. Card-Camcorder (z.B. Panasonic SV-AV 100). Extrem klein und leicht, kein Verschleiß, keine Umspulzeiten, bei ausreichender Größe sehr teures Medium (Flash-Medium-Speicherkarte). Datenformat MPEG4, schlechter als DV..Bei fortschreitender Entwicklung der Speicher- und Kompressionstechnik sicherlich ein System mit Zukunft.

7. Richtung HDTV und Progressive Scan: HDV - benutzt DV-Cassetten als Medium (ist aufwärtskompatibel zum DV-Standard), zeichnet aber hoch aufgelöste Signale (bis 1080 x 1440 Pixel) in MPEG2 auf. HDV wurde im Juli 2003 von Canon/JVC/Sharp/Sony als erster High Definition Standard für Comsumer-Camcorder beschlossen.

MPG2 hat für Videofilmer mit Ambitionen zur Nachbearbeitung einen gewichtigen Nachteil. MPG komprimiert Video-Dateien, indem es nur einzelne Bilder (die sogenannten I-Frames) als Schlüsselbilder speichert, bei den folgenden Bildern nur die Abweichungen zu diesem Schlüsselbild. Video-Dateien können also nur mit größerem Aufwand geschnitten werden. Die Qualität der Standbilder ist meist indiskutabel.

Die c’t (25/2003) schreibt als Fazit Ihres Camcorder-Systemvergleichs “DV vs. DVD”: “Wer von einem DVD-Camcorder eine höhere Bildqualität erwartet als von einem DV-Gerät, wird enttäuscht sein. Die niedrigere Datenrate, die erst durch die bildübergreifende Komprimierung von Bildfolgen möglich wird, begrenzt die erzielbare Bildqualität bestenfalls auf DV-vergleichbarem Niveau ... Wer auf praktikabler Aufzeichnungsdauer und guter Bildqualität besteht, dürfte die DVD-Geräte nicht als Alternative in Betracht ziehen ...”.

Aus diesem Grunde - und weil die anderen Systeme entweder ziemlich teuer sind (progressive scan) oder noch nicht als wirklich ausgereift erscheinen, beschäftige ich mich  im folgenden nur mit dem Systemen Mini-DV und Digital8..

“DV” ist Abkürzung für “Digital Video” und “D8” Abkürzung für “Digital8”.

Bei beiden Formaten ist das Datenformat identisch. Der Unterschied zwischen diesen beiden bezieht sich nur auf den Datenträger.

D8-Camcorder nutzen die vom analogen Video8- bzw. Hi8-System bekannten Cassetten (die Spieldauer reduziert sich bei digitalen Aufnahmen allerdings auf 2/3 der Spieldauer bei analogen Aufnahmen) und können (bis auf wenige Ausnahmen - siehe Übersicht bei www.dv-in.de) auch analoge Video8- und Hi8-Aufnahmen abspielen und über den digitalen Ausgang ausgeben.

DV-Cassetten sind wesentlich kleiner und erlauben dadurch geradezu winzige Bauformen von Camcordern - durchaus geeignet für die Jackentasche. Allerdings sind die Bedienelemente zum Teil so klein, dass sie von ausgewachsenen Europäern kaum zu bedienen sind. Zudem sind solche Kamera-Winzlinge schwerer ruhig aus der freien Hand zu halten. Es kommt leicht zu Verwacklungen. Der so entstehende “Amateur-Touch” dürfte in den seltensten Fällen erwünscht sein.

IDV-IN

Der Vorteil der digitalen Formate ist nicht nur der, dass die Bildqualität von vornherein besser ist, sondern mehr noch der, dass diese Formate verlustfrei kopiert und - fast verlustfrei - nachbearbeitet werden können.

Um die Originalqualität beim Computerschnitt wirklich zu erhalten, ist Voraussetzung, dass man einen Camcorder mit DV-Ausgang hat und einen DV-Recorder - oder aber einen Camcorder (auch) mit DV-Eingang. Dann kann das Signal verlustfrei auf die Computer-Festplatte gespielt, dort bearbeitet und verlustfrei wieder zurück auf das DV-Band übertragen werden. Auch wenn man vorhat, seinen Film auf DVD oder (Super-) DVD zu bringen, sollte man das Bearbeitungsergebnis auf DV/D8-Band sichern. Die DV-Qualität ist deutlich besser als die bei einer Kompression auf das MPG-Format, möge es sich um MPG 1 (Video-CD), MPG 2 (DVD, SVCD) oder MPEG 4 handeln.

Das DV/D8-Band ist die beste BackUp-Lösung - oder besser: ist die optimale Lösung für ein Masterband, auf dem das Endprodukt gespeichert wird und von dem dann weitere Kopien gezogen werden. Alle anderen Medien sind:

1. teuer, wenn man das Video im DV-RAW-Format auf CD oder DVD speichert -
2. leiden nach Umwandlung ins MPG/DIVX/XVid ... -Format unter
Komprimierungs- bzw.
3. nach Kopie auf VHS oder S-VHS unter Kopierverlusten
 

Ein weiterer Vorteil des DV-Eingangs: bei Schnitt und Vorschau liegt am DV-Ausgang der DV-/Firewire-Karte i.d.R. das DV-Signal an, das vom Codec-Chip des Camcorders (wenn er über einen DV-IN verfügt) in Echtzeit in ein analoges Signal umgewandelt wird. Dadurch kann auf dem Display des Camcorders oder natürlich besser: auf einem an den Camcorder angeschlossenen TV-Monitor laufend die endgültige Bildqualität betrachtet und beurteilt werden. Einige Schnittkarten, wie die DV-Raptor von Canopus, verwenden das an den analogen Camcorder-Ausgängen anliegende (S-) Video-Signal zur Darstellung eines Overlays auf dem Computer-Bildschirm - und schleifen das analoge Signal durch, so dass wiederum ein TV-Monitor angeschlossen werden kann.

Es gibt eine Reihe sowohl von DV- wie auch von D8-Camcordern auch schon der mittleren Amateur-Preisklasse, die sowohl einen DV-OUT wie einen DV-IN (Digitalvideo-Eingang) besitzen. Die meisten verfĂĽgen allerdings nur ĂĽber einen DV-OUT.

Analog-Eingang

Ein sehr praktisches Feature ist der Analog-Eingang. Dazu schaltet man den Camcorder (sofern er das Feature besitzt) in den Player-Modus (auch “VCR-Modus” genannt). Dabei werden die Buchsen, die sonst als analoge Ausgänge benutzt werden (Video, S-Video, Audio links/rechts) zu Eingängen. Damit kann man so gut wie alle audiovisuellen Quellen auf das DV-Band bringen. Bei einigen Camcorder-Modellen ist auch der Umweg über das DV-Band verzichtbar, bei Ihnen liegt das Signal, das an den Analog-Eingängen anliegt, zeitgleich auch am DV-Ausgang an.

Die Anschaffung eines Camcorders mit Analog-Eingängen ist in der Regel deutlich wirtschaftlicher als die einer Schnittkarte mit Analog-Eingängen oder gar eines DV-Konverters. Man nutzt den Hardware-Chip des Camcorders für die Umwandlung des analogen in das DV-Signal. Um dieses DV-Signal auf die Festplatte zu schaufeln, bedarf der Computer lediglich eines reinen DV-/Firewire-Eingangs.

Es gab im Herbst/Winter 2002 eine neue Strategie der Hersteller, die Freischaltungen auf rechtlichem Wege unterbinden wollten. Diese Vorstöße haben sich zwar als Sturm im Wasserglas entpuppt, aber:

Auf der sicheren Seite befindet man sich, wenn man einen Camcorder kauft, der von vornherein digitale und analoge Eingänge hat.

Einen Überblick darüber, welche DV- und D8-Camcorder Camcorder bereits einen DV-Eingang haben und bei welchen er nachträglich freischaltbar ist, gibt es unter http://www.dv-in.de/dvinfo.html .

Zur Freischaltung gibt es im wesentlichen drei Möglichkeiten:

1. Man lässt den Händler beim Kauf die Freischaltung vornehmen (der Händler vor Ort macht´s meistens nicht).

2. Man kauft sich ein Freischalt-Set (LRemote), bestehend aus einer Diskette und einer Kabelverbindung zwischen Computer (Parallel-Interface) und Camcorder (Schnittsteuerbuchse).

3. Man kauft sich einen sogenannten DV-Widget - ein kleines Kästchen, das an die Schnittsteuerbuchse angeschlossen wird und gleichzeitig als Kabel-FB funktioniert.

Vgl. Rovotech, Como, Adcanced Video Design, www.dv-in.de.

Vorteil von L-Remote (ca. 75 €): der Camcorder wird dauerhaft freigeschaltet. Bei einigen Cameras können auch andere Features - wie ein manueller Weißabgleich bei einigen Sony-Camcordern - aktiviert werden.

Nachteil: die Aufnahme kann nur entweder über die DV-Verbindung gestartet werden oder über eine spezielle Fernbedienung, die einen zusätzlichen Knopf für den Start der Aufnahme über DV- oder Analog-IN aufweist. Eine solche FB gibt’s z.B. von Sony (ca. 40 €, aber auch von Fremdherstellern (ca. 10 €).

Vorteil des DV-Widget (ca. 150 €): der Start der Aufnahme ist über die mitgelieferte FB möglich. Nachteil: der DV-Widget muss zur Aufnahme über den DV/Analog-In immer mit dem Camcorder verbunden sein.

Technisch versierte Leute können auch im Netz nachsehen, dort gibt es verstreut Hinweise auf die Codes  und das Know-How, die Camera selbst freizuschalten (Risiko! Es besteht die Gefahr, den Camcorder “kaputt zu konfigurieren”). Die besten Seiten in dieser Richtung scheinen diese französische (Libertysurf) und diese deutsche Seite www.dvzone.de zu sein. Leider sind diese Links oft recht kurzlebig ;-)

FĂĽr Sony Camcorder gibt es noch die Möglichkeit, die Sony-Service-Fernbedienung zu emulieren und aus diesem Wege den DV-In der Camcorder freizuschalten und einige anderen Manipulationen vorzunehmen (Pofahl). Ein entsprechendes Simalationsprogramm kann man auch von der Seite  http://irdeo.de/rm95emul.htm herunterladen. Dazu braucht man ein Kabel, das man sich als Lötkolbenvirtuose mit der Anleitung unter http://lea.hamradio.si/~s51kq/DV-IN.HTM basteln kann. Weiteres unter http://www.bealecorner.com/trv900/rm95.html#transcoding.

Speziell fĂĽr Sony findet man Einiges unter:  http://www.ifrance.com/dv-in-france/html/Sony2.htm (Kabelbauanleitung und P5-Codes).

Eine Bastler-Lösung speziell für Canon Camcorder (MV 20, MV 30, MV 200 und andere) gibt’s hier - allerdings in Englisch.

Mit Lösungen für Panasonic beschäftigt sich http://www.volny.cz/mkrejcik/dvzone.htm .

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Eine besondere Beachtung verdienen meines Erachtens die Digital8-Camcorder

1. für diejenigen, die noch Video8 oder Hi8-Bänder besitzen. Fast alle D8-Camcorder besitzen die Fähigkeit, solche Bänder abzuspielen und gleichzeitig ins DV-Format zu konvertieren.

2. Überdies ist bei den D8-Camcordern der DV-IN und der Analog Eingang sehr häufig.Beim Analog Eingang werden auch die analogen Kamera-Ausgänge zu Eingängen (!), so dass wirklich alle analogen Video-Signale (z. B. von Video-Recordern, VHS-C-Camcordern ...) importiert werden können. Dieses Feature ist bei den D8-Camcordern deshalb so häufig, weil (s.o.) der AD-Wandler zur Wandlung der analogen Video8/Hi8-Bänder ja ohnehin schon vorhanden ist.

Ich habe - etwas unpräzise - zweimal von “fast” allen D8-Camcordern gesprochen. Da ich kein Händler bin, bin ich über die aktuelle Marktlage nicht so informiert, dass ich Auskunft zu jedem Camcorder-Modell geben könnte (hierzu verweise ich auf die Links zu den Camcorderherstellern). Ich beschränke mich daher auf allgemeine Aussagen, die ein Raster zur Suche eines aktuellen Modells liefern können. Eine meist sehr aktuelle Tabelle zur DV-/Analog-IN-Fähigkeit bzw. zur nachträglichen Freischaltbarkeit dieser Reatures bei verschiedenen Camcorder-Modellen gibt es unter http://www.dv-in.de/dvinfo.html ; ebenso weitere sehr umfassende - ebenso grundsätzliche wie detaillierte Informationen zum Thema DV-IN:

Es gibt auch DV-Camcorder, die analoge Eingänge besitzen. Diese sind aber vorzugsweise in höheren Preisregionen zu finden.

Übrigens: wenn Ihr Euch bei der praktischen Arbeit wundert, dass das Aufnehmen über DV-IN oder Analog-IN nicht klappt: oft liegt es daran, dass sich der Camcorder nicht, wie bei der Aufnahme über die Eingänge notwendig, im Player-Mode befindet (ist ja auch irgendwie schwer nachzuvollziehen, dass dem so sein muss) sondern im Record-Mode. Nochmal deutlich: für die Aufnahme über den DV-IN bzw. die analogen Eingänge muss sich der Camcorder im Player-Mode (heißt auch VCR-Modus) befinden.

Es gibt DV- und D8-Camcorder in allen Preislagen (ab 1499 DM UV) und fĂĽr alle BedĂĽrfnisse (vgl. Links).

Apropos Preislagen: auch der wirtschaftliche Aspekt spricht fĂĽr den digitalen Schnitt. Ein   Videoamateur mit analogem Equipment und gewissen AnsprĂĽchen brauchte ehedem nicht nur eine gute (Hi8 oder Super-VHS) Camera, sondern auch zwei ebensolche Videorecorder, ein Schnittsteuergerät, ein Tonaufnahmegerät, einen Synchronisizer dazu, einen Ton-, einen Videomischer, ein Titelgerät und die entsprechende Verkabelung. Wenn man das zusammenrechnet und vergleicht - und zwar hinsichtlich Preis, Qualität, Performance und Bedienung - mit einer Digicamcorder und einem Computer (den man ja ohnehin hat oder braucht), einer einfachen DV-Schnittkarte (heute besitzen die meisten Computer und Notebooks bereits einen Firewire), und einer zusätzlichen Festplatte, dann wird es klar: je eher man den analogen Plunder los wird, desto besser - und wirtschaftlicher.

Heute besitzen die Computer bereits standardmäßig einen Firewire- (oder DV- oder IEEE-1394-, oder iLink-) -Anschluss und ausreichend schnellen Festplattentanz. Wenn nicht: Firewire-Karten gibt’s heute für wenig Geld und auch eine zusätzliche Festplatte kostet nicht die Welt.

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